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Der Filmothek-Festivaltrailer 1995  ( 26. Filmothek )

Seit 1992 gibt es regelmäßig einen Videoanimations - Trailer, der einen kleinen Einblick in das jeweilige Schwerpunktthema der "Filmothek der Jugend" gibt. Dabei wird dieser Spot nicht etwa in Auftrag gegeben, sondern ist ein Produkt der Kreativität und des Engagements der Jugendlichen.

Das Projekt
Zunächst wurde in einer Oberhausener Computer-Mailbox eine Anfrage gestartet, ob es interessierte Leute gibt, die an der Entwicklung der Erstellung eines Trailers für die "26. Filmothek der Jugend" mitwirken wollen. Nach anfänglicher Zurückhaltung zeigte sich daß es zwei bis drei interessierte "User" gab. Auf unsere Anfrage wurde ein "TRAILER-Brett" eingerichtet, ein Verzeichnis, in dem wir sämtliche Ideen in Form von Texten und Daten ablegen konnten. Diese waren für alle zugänglich, so daß es immer eine größtmögliche Transparenz über den aktuellen Stand gab, um weitere User für dieses Gemeinschaftsprojekt zu gewinnen. Da es zunächst noch keine Ideen oder Vorgaben zur technischen Umsetzung gab, wurde das Drehbuch gemeinsam entwickelt. Hierzu wurden verschiedene Texte in die Verzeichnisse gelegt und etliche Stunden direkt per Computer kommuniziert. Es folgten einige private und persönliche Treffen - schließlich kannten sich die Initiatoren zuvor nicht. Zwei Wochen vor Beginn des Festivals waren Idee und Drehbuch geboren. Nun ging es an die technische Umsetzung. Um ein möglichst realistischen Abbild der Veranstaltungsräume zu erstellen, besorgten wir uns Baupläne beim zuständigen Stadtamt. Jetzt wurde die gesamte Szenerie als Drahtgittermodell mit einer geeigneten Raytracing-Software erstellt. An zwei weiteren Terminen machten wir Photos und Videoaufnahmen der Örtlichkeiten.
Innerhalb von zwei Wochen wurden dann über 1200 Einzelbildern auf vier Rechnern gleichzeitig gerendert und animiert. Die Einzelbilder nahmen auf der Festplatte ca. 95 MB ein. Jetzt ging es darum, die Real-Szenen mit den compputergenerierten Daten zu verbinden. Drei Tage vor Beginn des Festivals bekamen wir per Computer-Mailbox Kontakt zu einem User aus Gelsenkirchen. Dieser besaß ein digitales Schnittsystem, womit es möglich wurde, die gesetzte Aufgabe zu erfüllen. Das nächste Problem stand bevor: Wir mußten die angefallenen Datenmengen auf das Schnittsystem importieren. Nach zwei Tagen, die Nächte gehörten selbstverständlich auch dazu, waren wir soweit - die Videoaufzeichnung war fertig. Am Tag der Festivaleröffnung fuhren wir gegen Mittag mit unserem Videoband aus Gelsenkirchen zurück nach Oberhausen. Wir hatten noch vier Stunden Zeit, um eine ansprechende Nachvertonung zu erstellen. Gesagt getan. Nach etlichen Stunden ohne Schlaf waren wir pünktlich zum Start fertig - ein Erfolg.
Die Macher: Initialtor Volker Mölleken, Oliver Pietern, Holger Durrey, Andreas Schappert. Aus der Oberhausener Mailbox: "Waldspecht".

Zum Inhalt:

Der "Filmothek-Trailer 1995" versucht symbolisch, das diesjährige Schwerpunktthema "Geschichte des Animationsfilms - Vom Trickfilm zur Computersimulation" umzusetzen. Der ca. dreiminütige Animationsfilm ist eine Zusammensetzung aus Realfilm, computergenerierter Welt und Originaleinspielungen von Filmsequenzen, welche den Wandel der Tricktechnik im Laufe der Filmgeschichte widerspiegelt:
Mit einem Filzstift wird eine Figur gezeichnet, die sich sofort mit Leben füllt, nachdem ihr Zeichner den Raum verläßt. Neugierig von einem auf dem Schreibtisch stehenden Computer angezogen, verschwindet sie im Monitor, auf dem das Portal des Veranstaltungsortes zu sehen ist. Nun beginnt eine virtuelle Flugreise durch das Foyer. Auf verteilten Stellwänden blenden sich beim Nähern kurze Filmsequenzen ein. Angefangen von "Metropolis" über "King Kong", "Bambi", "Asterix", "Jurassic Park" bis "Terminator II" wird ein kurzer Überblick über den Wandel der Tricktechnik im Film, gegeben. Von hier aus geht es in den Kinosaal. Eine sich drehende Weltkugel drängt sich durch das Leinwandtuch, es erscheint die Zeichenfigur und erobert die Welt. Im Wandel der Zeit nimmt die Geschwindigkeit der Veränderungen immer mehr zu. So kommt es, daß sich die "klassische" Trickfigur nicht mehr auf der Welt halten kann - sie wird aus dem Bild geschleudert. Auch die Weltkugel kann der Geschwindigkeit nicht standhalten und explodiert. Aus dem Innern wird eine Computerplatine geschleudert, die sich nach einigen Drehungen rechts im Bild plaziert. Die umherirrende Trickfigur landet schließlich genau auf der Platine und wird in ihr "gefangen". Dieses Schlußbild entspricht dem Festivalplakat.

Aula Heinrich Heine Gymnasium Erde explodiert

Endbild Festival-journal



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