Ollier Atelier von Oliver Pietern
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Skeleton - Bot     Phase 1

Anfang Oktober startete ein Contest zum Thema "Olympic Characters" auf  3dattack .
Eine der Bedingungen war, daß man mit der Software CINEMA 4D arbeiten muss.
Das war genau nach meinem Geschmack, da ich  zwar schon einige Figuren erstellt und animiert habe, aber noch nie mit der Software, mit der ich auch in die 3D Welt gestartet bin und die ich seit über 10 Jahren benutze.
Der Contest findet in 3 Etappen statt:

1. Zeichnung, Malerei der Figur
2. Erstellen der Figur in der 3D Software CINEMA 4d V 9
3. Animieren der Figur

Ich fand das Thema sehr interessant und habe mich entschlossen auch daran teilzunehmen.
In der ersten Runde ging es nur um den Entwurf des Characters.
Ich weiß nicht mehr genau warum, aber ich habe mich entschlossen einen Kugelstosser
zu erstellen.

Hier die ersten Skitzen:
werfer
Nach diesem ersten Entwurf dachte ich aber weiter nach, da ich diese Figur möglichst realistisch animieren wollte. Da ein Kugelstosser meistens sehr muskulös ist, benötigte ich in der Software eine Muskelsimulation.
Da die Zeit aber sehr knapp bemessen war, wußte ich nicht, ob ich rechtzeitig eine geeignete Lösung finden würde. Um auf Nummer sicher gehen zu können, habe ich mich dann entschlossen, einen anderen Charakter einzusenden. Da ich mich zu diesem Zeitpunkt sehr intensiv mit dem Knochenbau der menschlichen Anatomie befasst habe und dementsprechend auch Kenntnisse über dieses Thema hatte, beschloß ich, ein Skelett zu entwerfen. Ich wollte aber kein menschliches Skelett entwerfen, wie es in den zahlreichen, gelesenen Büchern vorkommt, da ich nicht plaggieeren wollte und es schon unzählige Skelette in 3D gibt. Um mein angelesenes Wissen auch zu verstehen, habe ich versucht, in diesem Projekt eine Figur zu erstellen, bei der es sehr wichtig war, mein Wissen auch auf andere Formen zu projizieren und mein Wissen anzuwenden und auch zu testen. Daher habe ich ein "Roboter-Skelett" entworfen, bei dem die Abmessungen und die Gelenke mit ihren Rotationsachsen analog zum menschlichen Skelett waren. Wie gut das gelungen ist werde ich erst in dem letzten Schritt des Contests, der Animation herausfinden :-)

Hier meine ersten Skitze dazu:
zweite Zeichnung
Von diesen Scribbles fertigte ich dann sehr viele an, um zuletzt das Endergebnis zu bekommen:
Pose
Da mir aber die Vorab-Entwürfe nicht genau genug waren, habe ich dann sehr genaue Detailzeichnungen des menschlichen Skeletts angefertigt, um an diesen die Gelenke und die Proportionen zu studieren. Anhand dieser Detailzeichnungen wurden dann auch die "Roboter-Details" entwickelt, wie man der folgenden Abbildung entnehmen kann. Ich habe mich dabei an reinen Anatomiewerken (z.T. auch Anatomie für Künstler, für Mediziner) orientiert und sogar am Körperwelten-Material, welches ich zu Promotion-Zwecken bekommen habe. Dies alles war notwendig, um möglichst viele Impressionen zu sammeln, da ich leider kein echtes Skelett zur Verfügung hatte (aber wer hat das schon...). 
Das erste Detail, waren die Beine. Diese konnte ich dann anhand meiner Bücher-Studien in allen Posen zeichnen. Um daraus dann die Beine meines Projektes zu zeichnen halfen mir zu den vorangegangenen Studien auch meine Kenntnisse aus anderen Computer-Projekten, bei denen ich Figuren mit anderen Softwarepaketen erstellt und animiert habe. Im Computer fügte ich dann die wichtigsten Zeichnungen zusammen.
Bei der Figur verzichtete ich auf die Kniescheiben, da sie für den Roboter nicht notwendig sind und sich graphisch einfach nicht in das Gesamtbild fügten:
beine
Als nächstes entwarf ich die Arme. Hierbei fasste ich die Handwurzelknochen zu einem Element zusammen.
Ich überlege noch wie ich später die Drehung der Hand über das Rotieren von Speiche und Elle lösen werde:
arme
Als nächstes kam dann der Torso. Hier reduzierte ich den Brustkorb  zu einem Element. Ebenso wurde mit dem Becken und dem Steiß verfahren:
torso
Nun wurde die Zeit echt knapp, da die erste Runde ihrer Endphase entgegenstrebte und ich nur noch drei Tage Zeit hatte, um die endgültigen Bilder für den Contrest einzureichen. Ich arbeitete dann wie ein Wahnsinniger von Freitag bis Sonntag und bekam auch zeimlich wenig Schlaf :-)
Am schlimmsten war allerdings der Schädel. Ich muß an dieser Stelle ehrlich gestehen, daß ich mich davor doch eher gedrückt habe, da ich diesen sehr wichtig finde, da sich in diesem die Mimik des ganzen Charakters zeigt. Denn von einem unsympathischen Schädel kann auch ein perfekt ausgearbeiteter Körper nicht ablenken...
Ein weiteres Problem mit dem Schädel ist, daß sich das Design nicht vom Körper abheben darf. Da dieser Körper etwas vereinfacht wurde, mußte dies natürlich auch mit dem Schädel geschenhen und davor hatte ich doch ein wenig ...Respekt. Da ich mich in dieser Phase nicht mehr drücken konnte, und es sehr schade gewesen wäre, die ganze Arbeit für nichts zu machen, mußte ich also ran und im nachhinein bin ich doch verdammt froh, daß ich meinen inneren Schweinehund doch überwundert habe. Das Ergebniss entspricht zwar nicht 100%ig meinen Vorstellungen, ist aber dennoch besser als erwartet.
Was meinen Zeitdruck noch verstärkte war die Tatsache, daß ich die einzelnen Elemente nicht im Rechner zusammenfügen konnte, da in diesem Fall das Licht/Schatten - Verhältnis nicht gestimmt hat und dadurch die Zeichnung nicht harmonisch gewirkt hätte.

Die Pose zeichnete ich dann im DinA3 Vormat:
Finaler Entwurf 1
Da ich aber auch noch was "buntes" wollte, fertigte ich eine relativ schnelle Skitze in einer anspechenden Pose an. Diese scannte ich ein und colorierte sie anschließend am Rechner.

Das Resultat sieht man hier:
bild 2
Fazit des Projektes:

Ich kam zwar leider nicht unter die ersten 3 Plazierungen, da diese sehr gut waren. An dieser Stelle: Respekt :-)
Es war aber für mich nicht weiter tragisch, da ich aus diesem Projekt sehr viel glernt habe, was für mich doch ein wirklich guter Preis war. Meine Anatomiekenntnisse habe ich endlich so vertieft, wie ich es schon lange vorhatte und zum anderen hatte ich sehr großen Spaß an der Arbeit wie schon lange nicht mehr. Durch meinen Beruf und diverser weiterer Verpflichtungen hat es mir zwischendurch sehr gut getan, auch mal ein Resultat meiner Arbeit in den Händen zu halten, da ich ja doch mehr doziere als produziere :-)
Ich nehme die Runde 2 als große Herausforderung, auf die ich mich aber jetzt schon freue. Auch wenn ich weiß, daß ich wieder wenig Schlaf bekomme, viel Streß haben werde und der Winterschlaf mich süß lockt, werde ich mein bestmögliches tun!

Mein Ziel ist es, auf meiner ERSTEN! Ausstellung im März, Euch allen einen Film zu präsentieren, auf den ich Stolz sein kann, und der Euch allen eine kleine Freude bereitet oder Euch zum nachdenken bewegt, wer weiß :-)
(Angaben zum Inhalt können und dürfen zu diesem Zeitpunkt nicht verraten werden, bei Zuwiderhandlung komme ich persönlich vorbei und .....)

Versprochen, noch heute fange ich mit der Runde 2 an!!!!


 


Oliver Pietern
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